Gerade liege ich an meinem freien Tag im Bett, bin noch im Schlafanzug, habe einen Latte Macchiato neben mir stehen, eine Spotify-Playlist im Hintergrund laufen und überlege wie ich meinen ersten Blogpost anfangen soll.

Ich habe eben einen unfassbar inspirierenden Blogpost gelesen und fühle mich super motiviert. Es geht darum, dass es Menschen gibt, die nicht einfach blind der Masse folgen. Es wird beleuchtet was gut an diesem Verhalten ist und wie man damit umgehen kann. Außerdem wird es in den Zusammenhang einer „blinden“ Schafherde gesetzt, die von Wölfen kontrolliert wird. Im Grunde genau das, was ich schon lange denke.

Ich bin kein Schaf mehr. Und um ehrlich zu sein, kann ich mich mit meinem früheren Schaf-Ich immer weniger identifizieren. Wenn mir jemand sagt, ich hätte mich verändert, kann ich dem nur stark nickend zustimmen. Ich habe mich verändert. Und bin verdammt froh darüber.

Hätte mir vor sechs oder sieben Jahren jemand erzählt, was in den nächsten Jahren alles passieren wird, hätte ich wahrscheinlich gelacht. Und das meine ich ernst: lauthals losgelacht. Ich habe mein Abitur abgebrochen, nach dem Realschulabschluss panisch eine Ausbildung angefangen, die mir letztendlich nicht gefallen und auch nicht gut getan hat, angefangen Youtube Videos zu drehen und deswegen ein paar Jahre später tatsächlich „Autogramme“ geschrieben, bin mit meinem damaligen Freund zusammen gezogen und habe mich dann doch getrennt, hole  mein Abitur mit Anfang 20 nach, habe meinen jetzigen Freund über Youtube kennengelernt und bin dadurch in einer (unfassbar glücklichen) Fernbeziehung, habe einige „Freunde“ verloren, dafür aber umso tollere Leute kennengelernt und starte nun offiziell diesen Blog.

Zwischen diesen ganzen Lebensabschnitten gab es viele Tränen, viel Verzweiflung, viel Tatendrang, viele Rückschläge, Entscheidungen und Freuden. Und alles, jeder noch so kleine Schritt, hat mich langsam von meinem Schaf-Ich getrennt. Immer weniger Schaf zu sein erfordert Mut. Und den habe ich nicht immer. Manchmal bin ich der selbstbewussteste und motivierteste Mensch der Welt und an anderen Tagen liege ich heulend im Bett und habe das Gefühl in allem versagt zu haben. Genau an diesen Tagen versuche ich mein Schaf-Ich nicht ganz so ernst zu nehmen und warte geduldig darauf, dass es sich wieder schlafen legt.

Und genau das ist der Punkt: Ich glaube, dass in jedem ein Schaf und ein Wolf schlummert. Das Schaf-Ich kann man dabei als rationales Denken sehen und den Wolf als das wahre Ich. Das Schaf-Ich ist dabei natürlich nicht der Böse, den man um jeden Preis loswerden muss, es bewahrt einen vor „gefährlichen“ Entscheidungen, davor den sicheren Pfad zu verlassen, etwas Neues auszuprobieren und bringt einen dazu den sicheren Weg zu gehen. Der Wolf in uns ist unsere Motivation, die Kraft die uns antreibt neue Wege zu gehen und unserem Herzen zu folgen.

Und jetzt stellt sich die Frage: Gibt es in unserer heutigen Welt wirklich noch den sicheren Weg? Was bedeutet sicher? Schulabschluss, Ausbildung/Studium, Job, Frau/Mann, Haus, Kinder, Arbeiten, Rente? Ist das heutzutage überhaupt noch möglich? Will man diesen Weg einschlagen oder spricht einfach nur das Schaf aus uns, wenn wir uns die Zukunft so vorstellen? Sicherlich ist für einige Menschen dieser Weg der Richtige, wir sind alle verschieden und was für den einen das Richtige ist, ist für den Anderen das Falsche. Allerdings glaube ich, dass viel zu viele Menschen auf das Schaf hören und der Wolf geknebelt in einer Ecke ihres Bewusstseins liegt.

Was wir brauchen ist Mut. Und die Erlaubnis einfach mal etwas „dummes“ tun zu dürfen. Findet heraus was euch glücklich macht, was ihr vom Leben außerhalb der schon getrampelten Pfade erwartet. Tut genau das was euch Angst macht, ihr aber schon immer machen wolltet. Seid euch bewusst, dass heutzutage nichts mehr sicher ist. Man kann jahrelang studiert haben und trotzdem keinen Job bekommen. Man kann jahrelang irgendwo angestellt sein und trotzdem seinen Job verlieren. Die Kontrolle über das eigene Leben abzugeben macht es nicht gleich sicherer. Dinge zu tun, die außerhalb der comfort zone liegen tut gut. Sie machen einem zwar Angst, aber je öfter man es schafft auf den Wolf zu hören, desto leichter fällt es einem. Man schafft es langsam das Schaf zum schlafen bringen und dem Wolf aus seinen Fesseln zu helfen.

Wenn die Unsicherheit euch packt ist es Zeit euch andere Wölfe zu suchen. Gleichgesinnte unterstützen sich gegenseitig dabei ihre Träume zu verwirklichen, sie bauen sich auf und unterstützen die Kreativität. Man braucht keine skeptische Schafherde um glücklich zu sein, ein Rudel kunterbunter fröhlicher Wölfe ist viel wichtiger. Sie unterstützen einen auf dem Weg ein selbstbestimmter Mensch zu werden, der auf seine Interessen und Bedürfnisse hört.

Und wenn ihr noch kein Wolfsrudel gefunden habt, dann lasst mich euer Wolfsfreund sein, bis ihr euren Platz gefunden habt.

In Liebe,

Lucie

 

28 comments on “Ich bin anders als die anderen.”

  1. „Und wenn ihr noch kein Wolfsrudel gefunden habt, dann lasst mich euer Wolfsfreund sein, bis ihr euren Platz gefunden habt.“
    Das hast du soooo schööön geschrieben! <3

  2. Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. 🙂 Ich denk auch, dass eigentlich nichts sicher ist. Sowas wie eine sichere Zukunft gibt es nicht. Die Zukunft ist immer Ungewiss und eigentlich nicht zu beeinflussen, man kann sie höchstens in eine bestimmte Richtung lenken, aber was letztendlich passiert, who knows?! Und da ist es egal ob man eine “gute Ausbildung“ genossen hat oder nicht.
    Wir sind auch in einem Zeitalter angekommen, in dem wir so viele Möglichkeiten haben wie noch nie zuvor. Uns stehen so viele Türen offen, es war noch nie einfacher sein eigenes Ding zu machen und seine Träume zu verwirklichen, seiner Leidenschaft zu folgen. Man muss eben nur den Mut finden die Dinge anzupacken. 🙂

  3. Hallo Lucie :-),
    ich würde behaupten, man kann an zwei Händen abzählen, wie oft ich schon einen Blog besucht habe. Wobei ich es wirklich eine schöne Sache finde, wusste ich nie wo anzufangen. Dein Video auf YouTube Lucie, in dem du auf deinen Blog verwiesen hast, hat mir den Anstoß gegeben, den ich gebraucht habe. Nun habe ich deinen Artikel gelesen und bin mir ganz sicher, dass ich diesen Blog häufiger besuchen werde. Wirklich ein sehr schöner, gelungener Blogeintrag :-). Ich freue mich auf weitere Gedankenausdrücke von dir!

  4. Hallo Lucie!
    Ich verfolge deinen Youtube-Kanal regelmäßig und freue mich unfassbar dolle, dass du jetzt auch einen Blog hast 🙂 Der ist übrigens total süß aufgebaut und macht Spaß zu lesen!
    Ich habe vor 2 Tagen auch einen Artikel auf meinem Blog zum Thema Entscheidungen treffen geschrieben, dass knüpft an deine “ den sicheren Weg gehen“-Formulierung wie geplant an! (und es geht nicht um die normalen Entscheidungen…) Wer Lust hat, kann ja mal vorbeischauen…
    Mach weiter so liebe Lucie und die liebsten Grüße von mir und meinem kleinen Blog!

  5. So ein toller Blogpost,hat mir richtig gut gefallen und ist sehr inspirierend 🙂 Ich werde deinen Blog auf jeden Fall auch abonnieren.Mach weiter so! 🙂

  6. Liebe Lucie,
    das war wirklich ein schöner und sehr inspirierender Beitrag.
    Vieles davon spricht mir total aus der Seele, anderes bringt mich zum Nachdenken 🙂
    Ich bin gespannt, wie es hier so weitergeht.
    Liebe Grüße!

  7. Hey Lucie! Ich fand diesen Blogpost unfassbar toll geschrieben und ich konnte mich sofort hineinversetzen. Ich befinde mich momentan auch in der Phase, in der ich versuche, meinen richtigen Weg zu finden. Ich habe letztes Jahr die Schule mit einem Hauptschulabschluss verlassen und danach eine Ausbildung zur Friseurin angefangen. Nicht weil es mein Traumjob ist, sondern einfach nur um etwas zu haben, um später finanziell erstmal Abgesichert zu sein. Aber ich war mit der Wahl der Ausbildung nur Unglücklich und es hat mich krank gemacht. Also habe ich die Ausbildung Ende April abgebrochen. Jetzt sitze ich da, nur mit Hauptschulabschluss und ohne wirklichen Plan für die Zukunft. Ich habe seit der Grundschule den Traum, Autorin zu werden. Ich schreibe auch viel und es wäre das einzige was ich mir momentan wirklich vorstellen könnte als Job zu machen. Allerdings hat man überhaupt keine Finanzielle Sicherheit. Meine Eltern sagen, ich soll mir einen Job suchen mit dem ich gut verdiene und nebenbei schreiben. Am besten noch meinen Real nachholen. Aber ich will nicht wieder eine Ausbildung anfangen, nur um feststellen zu müssen, dass diese nicht die Richtige für mich ist. Ich habe Angst vor der Zunkunft, Angst mit nichts dazustehen. Sorry für den langen Text, aber das musste ich einfach loswerden. Lg, Laura 🙂

  8. Finde diesen Text mal wieder richtig motivierend liebe Lucie!
    Habe das Gefühl, dass da ins Gewissen reden dein Ding ist. 🙂
    Mach weiter so!
    Ganz liebe grüße
    Clara

  9. Wow, du hast echt die richtigen Worte gefunden. Ich bin ständig so ein blödes Schaf, das vor Entscheidungen scheut – je größer, desto schlimmer! Doch da ich nächstes Jahr Abitur machen werde (hoffentlich), komme ich um Entscheidungen wohl nicht mehr rum… ich hoffe sehr, dass dann der Wolf in mir zum Vorschein kommt.
    Dein Post hat mich jedenfalls sehr dazu inspiriert 😀

    • Ich muss mich bei großen Entscheidungen auch immer erinnern, dass ich kein Schaf bin 🙂 Du schaffst das!

  10. Wow ein wirklich toller und inspirierender Text. Ich bin zur Zeit leider zu oft ein Schaf, habe mir aber fest vorgenommen, nächstes Jahr nach meinem Abi einfach noch einmal Wolf zu sein, weil man das einfach manchmal braucht.
    Und ja, heutzutage ist wirklich sehr wenig sicher, deswegen kann man auch mal etwas riskieren.

  11. Ich bin gerade ganz zufällig auf deinen Blog gestoßen und blebe sofort als Follower da! Ein wirklich inspirierender Post. Ich bin gespannt, was du als nächstes schreibst 🙂
    Liebe Grüße

  12. Ich bin gerade ganz zufällig auf deinen Blog gestoßen und blebe sofort als Follower da! Ein wirklich inspirierender Post. Ich freue mich auf weitere Posts von dir 🙂
    Liebe Grüße

  13. Habe mir deinen Blogpost gerade mehrmals durchgelesen und mich wirklich darin wiedergefunden. Ich höre wohl auch zu oft auf das Schaf in mir… Aber du hast mich dazu motiviert, daran zu arbeiten und öfter mal den Wolf durchzulassen! Vielen Dank, liebe Lucie 🙂

  14. Wirklich schöne Worte , die einen aufbauen und inspirieren , du kannst deine Gedanken echt gut in Worte fassen , das hab ich schon bei deinen youtube videos gemerkt und inmer insgeheim gehofft , dass du einen blog startest , jetzt endlich ist der blog da ! Ich freue mich schon auf weitere Texte von dir 🙂 Liebe Grüße

  15. Freut mich sehr, dass du jetzt auch einen Blog hast, liebe Lucie 🙂
    Ich schaue deine Videos schon länger und kann mich oft in deinen Ansichten wiederfinden. Der Text ist super! Mein Schaf-Ich hat leider viel zu oft die Oberhand. Aber ich arbeite dran, das Wolf-Ich öfters rauszulassen 😉

  16. Wow! Du bist wirklich eine inspirierende Persönlichkeit Lucie 🙂
    Ich freue mich sehr, dass du diesen Blog kreiert hast.
    LG Natalie

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