Anfang August startete ich meine kleine #RestartWeek-Reihe auf Youtube, in der ich Wege gezeigt habe, sein Leben zu entrümpeln und neu zu organisieren. Sie gefiel euch sehr gut, was mich natürlich gefreut hat!
Vor einigen Wochen fiel mir dann auf, dass zwar meine Wohnung mittlerweile fast keine Müllschubladen mehr hat, meine Social Media Seiten allerdings noch nie wirklich aufgeräumt worden sind. Also habe ich mich hingesetzt und habe alte Instagrambilder gelöscht (wie kann ein Mensch so viele schreckliche Bilder hochladen?), meine Tweets ordentlich aufgeräumt (hoch lebe der Twitter Archive Eraser), einige Videos auf privat gestellt (peinlich, peinlich, peinlich!) und mich schließlich dazu entschieden meine nie benutze Facebook Seite zu löschen. Mir fielen danach gefühlte tausend Steine vom Herzen und ich habe mich sehr erleichtert gefühlt.

Außerdem habe ich mich mit dem ganzen großen verwirrenden Social Media Thema beschäftigt. Dabei habe ich mir folgende Fragen gestellt:

  • Was bedeutet Social Media für mich?
  • Wen möchte ich erreichen?
  • Welche Inhalte möchte ich veröffentlichen?
  • Wie möchte ich mich der Öffentlichkeit präsentieren?
  • In wie weit sehe ich Social Media kritisch?
  • Ist es wirklich schlecht sich von seiner besten Seite zeigen zu wollen?

Mir ist aufgefallen, dass wir Social Media in einer sehr sorglosen Art und Weise verwenden. Wir twittern, konsumieren, uploaden, kommentieren und bewerten unglaublich viel, ohne uns darüber wirklich bewusst zu sein. Permanent vernetzen wir uns mit Menschen, die wir eigentlich gar nicht richtig kennen. Geben Informationen über uns preis, ohne über die langfristigen Folgen nachzudenken und vergleichen uns mit dem vermeintlich perfekten Leben irgendwelcher Unbekannter.

Irgendwie ein Teufelskreis. Doch auch daraus kann man aussteigen, wenn man möchte. In dem ich mir bewusst gemacht habe, in welcher Art und Weise ich meine Social Media Seiten verwenden möchte, habe ich für mich klare Grenzen gesetzt. Natürlich können auch diese bei Bedarf mal überschritten werden, jedoch tappt man so nicht so schnell zurück in die Social Media Falle.

Ich glaube gerade als Person, die in der Öffentlichkeit steht, ist es schwer klare Grenzen zu setzen. Man erlebt von seinen Kollegen oft eine unglaubliche Offenheit, sodass das Gefühl entsteht, man müsse auch so handeln und die Menschen an seinem Leben teilhaben lassen. Dieser Offenheit folgen dann Situationen, in denen man das Gefühl hat, sich gegenüber vollkommen fremdem Menschen rechtfertigen zu müssen, weil ihnen etwas an deiner Lebensweise nicht gefällt.

Was man sich als Influencer deshalb bewusst machen sollte:

  • Das hier ist dein Leben!
  • Du bist nicht dazu verpflichtet dich für irgendetwas zu rechtfertigen!
  • Du bestimmst die Grenzen!
  • Du bist niemandem irgendetwas schuldig!
  • Du allein bist für deine Inhalte verantwortlich!

Kaum hatte ich aufgehört zu jedem kleinen Kram meine Meinung abzugeben, über jeden kurz aufblitzenden Gedanken zu twittern und nur, um des Hochladenswillen, etwas bei Instagram zu posten, bekam ich das Gefühl einen Entzug durchzumachen. Es ist erschreckend wie stark dieses sinnlose Mitteilungsbedürfnis in mir verankert war. Aber nachdem ich auch diese erschreckenden Tage überstanden hatte, fühlte ich mich super gut!

Ich versuche Social Media nun in einer Weise zu verwenden, wie ich auch im echten Leben mit Menschen sprechen würde. Sozusagen ein Spagat zwischen professionell und persönlich, bei dem ich stets meine Grenzen im Hinterkopf habe. Natürlich werden die Inhalte auf meinem Blog auch mal etwas persönlicher, wodurch ich mir erhoffe, Menschen helfen zu können. Aber das ist so für mich in Ordnung und scheint gut zu funktionieren. 🙂

Ich twittere nun weniger, lade Instagrambilder hoch, über die ich mir vorher Gedanken gemacht habe, schreibe Blogposts hinter denen ich stehe und bin im Social Media Bereich ganz einfach bewusster unterwegs. Ich versuche es weniger als Tagebuch und mehr als Plattform der Selbstdarstellung zu sehen.

Das waren meine Gedanken zum Thema Social Media und jetzt interessiert mich natürlich brennend, was du davon hältst? Wie findest du Social Media und wie verwendest du es?

In Liebe

Lucie

2 comments on “Social Media Detox | Tagebuch oder Selbstdarstellung?”

  1. Hey Lucie,
    das ist sehr beeindruckend und richtig. Aus meiner Hilflosigkeit und meinem mangelnden Vertrauen zu mir selber, schreibe ich auch ganz viel. Besonders über WhatsApp. Dabei ist es egal, ob es jetzt gerade wichtig ist oder nicht oder ob ich es nicht auch mit mir ausmachen könnte. Das zu unterlassen fällt mir schwer.

  2. Da kann ich dir nur zustimmen! Ich bin auch gerade dabei mein Instagram umzustellen und Twitter ein bisschen zu ordnen. Bei Facebook überlege ich auch meine Seiten dicht zu machen….irgendwie ist Facebook tot 😀

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