Mich erreichen derzeit einige Nachrichten von Menschen mit einer sozialen Phobie, wodurch ich mich an Dr. Google gewandt habe, um mehr Informationen zu dieser Krankheit zu bekommen. Während diese Angst definitiv in die Hände eines erfahrenen Therapeuten gehört, ist mir bei meiner Recherche aufgefallen, dass ich früher in einigen ähnlichen Verhaltensmustern gesteckt habe (und somit eure Probleme zumindest teilweise verstehen kann!). Ich hatte zwar keine Soziale Phobie, war jedoch extrem schüchtern (rotes Gesicht – all day, every day!)

In diesem Post möchte ich Menschen gerne meinen essentiellen Tipp mit auf den Weg geben, wie sie ihre Schüchternheit überwinden können. Ich habe mich dafür selbst jahrelang als Testperson zur Verfügung gestellt.

(Solltest du ein Mensch mit sozialer Phobie sein, wende dich bitte für Tipps an deinen Therapeuten. Ich bin keine Psychologin und kann dementsprechend nicht sagen, was gut bei dieser Erkrankung ist und was nicht.)

Kennst du die Angst vor einer Situation, in der es eventuell peinlich werden könnte? In der man einen roten Kopf bekommt und einem die Sätze nicht mehr so ganz gelingen wollen? In der man sich einfach nur wünscht, dass sie vorbei ist? In der man am liebsten im Erdboden versinken möchte? Und nach der man sich tagelang Gedanken über seine peinliche Reaktion macht?

Ich definitiv. Und hier kommt mein großartiger Tipp, der hoffentlich dein Leben verändern wird und den ich immer noch regelmäßig anwende: Akzeptiere peinliche Situationen, sowie all deine Reaktionen darauf UND(!) hör auf dich deswegen zu verurteilen.

Badabum – einfacher als gesagt, als getan. Deswegen habe ich hier eine detaillierte Erklärung für dich:

Anstatt panisch in eine Situation zu gehen und sich zu wünschen, dass es nicht so unangenehm wie immer wird, akzeptiere, dass eine unangenehme Situation vor dir liegt. Du wirst mit hochrotem Kopf stammelnd Small Talk halten und dein Gegenüber wird merken, dass dir Situation peinlich ist. Vielleicht findet er sogar, dass du deswegen komisch bist und ja, vielleicht erzählt er auch anderen Menschen davon. Du wirst diese Prozedur allerdings immer und immer wiederholen und die Situationen in vollem Bewusstsein aushalten.

Vielleicht wirst du jetzt denken, dass ich völlig wahnsinnig bin. Und irgendwie hast du da auch recht ABER ich kann dir aber sagen, dass genau das mich aus meinem Loch geholt hat. Peinliche Situationen. Eine nach der anderen. Gestammelte Worte und roter Kopf all day, every day. Das volle Programm.

Irgendwann habe ich mich an das Blamieren gewöhnt. Genauso wie mit fremden Menschen zu sprechen. Ich habe gemerkt, in welchen Situationen ich mich besonders unwohl gefühlt habe und in welchen es in Ordnung war. Ich bin langsam lockerer geworden, weil ich mich so oft blamiert hatte, dass es zur Routine wurde. Da ich nicht mehr so auf meine eigene Peinlichkeit fixiert war, konnte ich mir außerdem ein paar Verhaltensweisen meiner Gesprächspartner aneignen, die ein Gespräch lockerer machen. Ich habe angefangen Small Talk zu üben (die Erstversuche waren Cringe Faktor 100.). Und – und das ist unfassbar wichtig – ich habe aufgehört mich für jede peinliche Situation fertig zu machen. Schüchterne Menschen kritisieren sich selbst zu viel und haben Angst davor kritisiert und abgelehnt zu werden. Anstatt dich für alles fertig zu machen, sei stolz darauf, dass du dich wieder eine eine dieser Situationen geschmissen hast. Du machst das toll und wirst immer besser und besser. Und denk daran, dass dich niemand so scharf kritisiert, wie du es selbst tust.

Heute ist es so, dass ich in meinem Kopf mit mir zusammen freundschaftlich lache, wenn ich mal wieder in einer unangenehmen Situation stecke. Nach dem Motto „Ach, da bist du ja wieder liebe Peinlichkeit. Lang nicht gesehen. Mal schauen, was du heute so auf Lager hast.“. Das Ziel ist diesen Situationen mit Humor begegnen zu können. Es wird immer unangenehmen Situationen geben, allerdings sind sie das was du daraus machst. Begegnest du ihnen mit Panik, dann werden sie schlimm. Begegnest du ihnen mit Humor, dann haben sie viel weniger Einfluss auf dich.

Natürlich steckt noch viel mehr hinter Schüchternheit, wie z.B. ein niedriges Selbstbewusstsein, allerdings soll das für heute mein Tipp gewesen sein. Wenn du Erfahrungen mit diesem Thema hast, dann lass mir gern einen Kommentar da und teile deine Gedanken 🙂

In Liebe

Lucie

 

 

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