Ein Thema das ich aus meinem Yoga-Kurs mitgenommen habe ist der Atem. Im Alltag atmen wir oftmals viel zu flach. Wir befinden uns in der Brustatmung und gehen nur bei Anstrengung in die tiefere Atmung über. Gerade bei Menschen, die sich nicht regelmäßig bewegen, ist dies ein Problem. Eine Folge daraus ist, dass wir unsere Lungen nur selten komplett von der verbrauchten Luft befreien und neuen Sauerstoff einatmen.

Sauerstoff wird in all unseren Organen benötigt. Außerdem beeinflusst unsere Atmenfrequenz die Herzfrequenz, was man sich in stressigen Phasen und bei Angst zu Nutze machen kann.

Sympatikus und Parasympatikus

Interessant zu wissen ist, was Stress und Angst im Körper auslöst. Beide Faktoren äußeren sich durch die gleichen körperlichen Symptome. Das heißt für den Körper ist es im ersten Augenblick egal, ob man Stress durch die Arbeit oder Angst vor dem Blutabnehmen beim Arzt hat. Der Körper versetzt sich in eine Art Flucht- und Kampfbereitschaft. Dies wird durch den Sympatikus geregelt. Er gibt Signale weiter, die das Herz schneller schlägt lassen, den Blutdruck erhöhen und die Atmung verschnellern. Alles, damit man flüchten oder kämpfen kann, falls es dazu kommen sollte.

Da wir uns heutzutage (glücklicherweise) kaum noch in Situationen befinden, in der eine Flucht oder ein Kampf nötig ist, bleiben manche Menschen durch dauerhaften seelischen oder arbeitsbedingten Stress in diesem Modus stecken. Und auf Dauer kann dies zum Burnout führen.

Wenn du regelmäßig Atemübungen machst und im Alltag öfter bewusst atmest, kannst du damit dein Stresslevel senken. Dies geschieht durch den Parasympatikus, das Gegenstück zum Sympatikus. Er ist für die Entspannung zuständig und gibt das Signal weiter, den Herzschlag zu verlangsamen, den Blutdruck zu senken und die Atmung zu normalisieren. Dein Körper fühlt sich sicher und entspannt.

Was du in einer akuten Stresssituation machen kannst:

  • Nimm dir 5 – 10 Minuten Zeit
  • Atme bewusst tief bis in den Bauch ein und aus
  • Zähle beim Einatmen langsam bis vier und beim Ausatmen bis 6
  • Konzentriere dich dabei auf deinen Atem und denke über nichts anderes nach

Da ich z.B. tierische Angst vor Spritzen habe, führe ich diese Übung immer im Wartezimmer beim Arzt durch und bin dadurch viel ruhiger.

Natürlich muss man eine tiefe Atmung, wie alles im Leben, erst ein wenig üben, bis man sie richtig gut kann. Wenn du keine Anleitung von einer professionellen Yogalehrerin hast, dann schau mal bei diesem Video vorbei (oder such bei Youtube nach anderen Tutorials):

Wichtig ist:

  • atme regelmäßig bewusst tief ein und aus, um deine Lungen von alter Luft zu befreien und mit neuer Luft zu füllen
  • bei gewünschter Entspannung sollte das Ausatmen länger als das Einatmen dauern (hilft super beim Einschlafen!)
  • in Stresssituationen kann eine bewusste Atemübung Wunder wirken

In Liebe

Lucie

Quellen für nähere Informationen:

4 comments on “Die Kraft deines Atems | Wie dir ein bewusster Atem hilft!”

  1. Liebe Lucie,

    erst einmal Kompliment zu deinem supertollen Blog! Ich lese mittlerweile jeden deiner neuen Artikel 🙂
    Das richtige Atmen habe ich bei meinem Logopäden gelernt, zu dem ich auch nur gegangen bin, weil ich oft so verspannt im Kiefer usw. war in Stresssituationen. Ich dachte mir, es wäre gut für andere zu wissen, dass man auch fürs Atmen usw. zu einem Logopäden gehen kann 🙂 Mir hat es unglaublich zu helfen. So habe ich nun in einem halben Jahr (ja, so lange kann das dauern) gelernt meine Bauchatmung auch im Alltag zu verwenden und mein Kreislauf ist viel stabiler geworden und ich bin auch allgemein ruhiger und auch entspannter.

    Ich wünsche dir und den anderen Lesern Frohe Weihnachten und nen guten Rutsch 🙂

  2. Liebe Lucie,

    im Rahmen meines Studiums haben wir ein Seminar zur Stimmbildung, in dem wir auch schon solche Atemübungen gemacht haben. Es ist wirklich sehr hilfreich und entspannend, einfach mal eine kleine Auszeit zu nehmen und zu meditieren und sich dabei auf sich und seinen Atem zu konzentrieren. In der heutigen Zeit sind wir einfach viel zu sehr damit beschäftigt, hektisch den Alltag zu bewältigen ohne auf unseren Körper zu hören. Daher finde ich es super von dir, auch solche Dinge anzusprechen, da es die Lebensqualität enorm steigern kann 🙂

    Liebe Grüße
    Corinna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.