Nein. Ein einfaches Wort, das vielen Menschen Probleme bereitet. Bis vor einigen Monaten hatte auch ich tierische Probleme mit dem Nein sagen. Mittlerweile bin ich allerdings recht gut darin geworden und werde dir meine Gedanken und Tipps mit auf den Weg geben.

Warum fällt es einem so schwer Nein zu sagen?

Der Hintergrund ist relativ simpel: Wir haben Angst abgelehnt, zurückgewiesen oder nicht mehr gemocht zu werden, Angst vor den möglichen negativen Konsequenzen wie z.B. Streits/Auseinandersetzungen oder man möchte ganz einfach nicht egoistisch wirken. Deshalb sagt man lieber „ja“, als möglicherweise eins dieser Szenarien zu erleben.

Das grundlegende Problem liegt bei einem geringen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Man sieht sein Gegenüber als wertvoller als sich selbst an an. Man möchte gemocht werden, man möchte ihn nicht kränken oder enttäuschen. Und man möchte in keine unangenehme Situation geraten. Dann müsste man nämlich die eigene Meinung sagen und für die eigenen Bedürfnisse eintreten. Und das ist als unsicherer Mensch verdammt nervenaufreibend und anstrengend. Schwitzige Hände, gestottere und roter Kopf – kommt dir davon etwas bekannt vor?

Wie kann ich lernen Nein zu sagen?

Wie immer kann ich dich beruhigen – du kannst lernen Nein zu sagen. So wie du alles lernen kannst. Ja, es wird am Anfang unangenehm sein, aber du wirst dich dran gewöhnen und immer besser werden.

1.Lerne deine Bedürfnisse schätzen!

Wenn du (eigentlich) nein sagen möchtest, dann hat das meistens einen Grund. Du bist erschöpft, magst die Aufgabe nicht, möchtest nicht so viel Geld ausgeben, hast andere Pläne oder ganz einfach keine Lust. Was auch immer es sein mag – du hast das Recht Bedürfnisse zu haben und diese auszuleben. Und deshalb bist du nicht verpflichtet sie für andere Menschen zu unterdrücken oder zu ignorieren. Für jeden sollte das eigene Leben der Fokus sein. Wenn du permanent damit beschäftigt bist die Nebenrollen in den Filmen Anderer zu spielen, wirst du nie genug Zeit haben die Hauptrolle in deinem eigenen Film zu spielen. Seitdem ich das verstanden habe, fällt es mir leichter meinen eigenen Bedürfnissen Raum zu geben und sie als Priorität zu sehen. Versteh mich nicht falsch – helfen ist toll, nur sollte man sich selbst dabei nicht aus den Augen verlieren!

2. Mache dir deine Grenzen bewusst!

Wenn du weißt wo deine Grenzen sind, wirst du sie eher respektieren, als wenn du in jeder Situation neu überlegen musst. Außerdem sagst du in unerwarteten Situationen eher „nein“, weil du dich nicht so schnell überrumpelt fühlst.

Stelle dir hierfür z.B. folgende Fragen:

  • Wie viel Zeit willst du investieren, um anderen zu helfen?
  • Unter welchen Voraussetzungen willst du bei der Arbeit für jemanden einspringen?
  • Wie viel Zeit brauchst du für dich selbst?
  • Wie wichtig ist dir die Zeit für dich?
  • Welche Grenzen sind variabel und welche stehen fest?
  • Unter welchen Umständen sind sie variabel?
  • Bei welchen Aktivitäten hilfst du gern und bei welchen ungern?

Ich weiß zum Beispiel, dass ich während einer Klausurenphase nicht spontan bei der Arbeit einspringe. Ich brauche die Zeit um zu lernen, genug zu schlafen und auch mal entspannen zu können. Ich grenze mich also bewusst von der Verpflichtung (Nebenrolle) ab und widme mich der Hauptrolle in meinem eigenen Film (gute Noten zu schreiben). Seitdem ich es so handhabe sind meine Klausurenphasen viel entspannter geworden, da ich mich nicht mit zusätzlicher Arbeit belaste. Vorher habe ich aus Pflichtbewusstsein oft „ja“ gesagt und mich hinterher sehr geärgert.

3. Sage deutlich „nein“ und schwafel nicht herum!

„Wenn ich nein sage, dann meine ich nein!“ – das ist mittlerweile mein Motto. Wenn andere deine Unsicherheit bemerken, dann werden sie nachhaken und weiter bitten, bis du dich irgendwann geschlagen gibst. Wenn du allerdings von Anfang an ein deutliches „nein“ von dir gibst, dann wird es meist sofort akzeptiert ohne nochmal nachzufragen. Du setzt eine klare Grenze, die viel leichter zu akzeptieren ist, als unsicheres Herumdrucksen. Diese Klarheit erfordert Mut, aber ich kann dir nur raten: Probier es aus!

Und abschließend möchte ich dir den Tipp geben zu üben, üben und nochmals üben. Übung macht den Meister. Je öfter du nein sagst, desto besser wirst du! Vielleicht widmest du ja mal einen ganze Monat dem Nein sagen und reflektierst deine Erfolge danach!

Hast du noch Tipps zum Thema Nein sagen? Dann lass gern einen Kommentar da!

In Liebe

Lucie

 

 

3 comments on “Endlich Nein sagen können | Wie dich dieses eine Wort befreien kann”

  1. Das Problem mit dem Nein sagen kenne ich gut. Aber auch echt nur bei mir relativ „fremden“ Personen, im Freundeskreis fällt mir das gar nicht schwer. Schöne Tipps, vor Allem, dass man es klar und deutlich ausspricht ist schwer aber essentiell.

    Liebe Grüße
    Alina von http://www.selfboost.de

  2. Hey!
    In einem Seminar habe ich gelernt, dass man das „Nein sagen“ vor dem Spiegel üben soll. Beim „Nein“ muss die Stimme runter gehen und gerade wir Frauen neigen dazuk, die Stimme hoch gehen zu lassen. Dann hört sich das „Nein“ wie eine Frage an und wird damit abgeschwächt. Auch hier bietet man dem „Gegener“ wieder Angriffsfläche an.
    LG
    Yvonne

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