Ursprünglich wollte ich eure Fragen in einem Video beantworten. Und um ganz ehrlich zu sein – im ersten Moment habe ich überlegt zu lügen und euch zu erzählen, dass ich keine Zeit hatte zu drehen. Die Wahrheit ist allerdings, dass ich heute einfach überhaupt nicht in Dreh-Laune bin, nachher für ein paar Tage wegfahre und die Fragen viel lieber schriftlich hier auf meinem Blog beantworten möchte. Ich hoffe ihr vergebt mir und seid auch mit dieser Art und Weise zufrieden.

Also fangen wir an!

Bist du eher ein Kopf- oder Bauchmensch?

Ich lasse mich definitiv eher von meiner Intuition leiten. Wenn sich etwas richtig anfühlt, aber in meinem Kopf die Alarmglocken angehen, höre ich ihm zu und entscheide dann, ob das nur ein Schutzmechanismus ist oder ich meine Intuition hinterfragen sollte. Ich höre also eher auf meinen „Bauch“.

Magst du lieber kurze oder lange Haare an dir?

Ich liebe meine kürzeren Haare. Ich habe das Gefühl, dass sie mich gut widerspiegeln.  Ich habe in den letzten Jahren so viele Gefühle und Dinge losgelassen, dass es Zeit war dies auch mit meinen Haaren zu tun.

Wie viel Zeit brauchst du für dich selbst oder bist du lieber immer unterwegs?

Da ich Mama von zwei Katzen bin ist es für mich gar nicht möglich immer unterwegs zu sein. Ich mag es allerdings schon herumzukommen und neue Menschen kennenzulernen, die die gleichen Interessen wie ich haben. Gleichzeitig bin ich aber auch ein eher introvertierter Mensch, der viel Zeit für sich selbst braucht. Zu viel Zeit allein tut mir nicht gut, aber zu viel Zeit mit anderen Menschen erschöpft mich. Es ist ein Balanceakt.

Wie kann man in schlechten Situationen gute Gedanken fassen?

Wenn ich eins während meiner Trennung vor zwei Jahren gelernt habe, dann ist es mit Traurigkeit und negativen Gefühlen umzugehen. Das Schlüsselwort ist meiner Meinung nach Selbstmitgefühl. Für die eigenen Gefühle und die eigene Situation Mitgefühl entwickeln, das nicht in Selbstmitleid ausartet. Akzeptiere und erlaube dir deine Gefühle. Beim Glücklichsein geht es nicht darum krampfhaft positive Gefühle zu erzwingen, sondern rücksichtsvoll zu handeln. Frage dich wodurch du dich vielleicht etwas besser fühlen könntest. Hast du Lust zu lesen? Einen Film zu gucken? Einen Spaziergang zu machen? Oder möchtest du einfach mal ein oder zwei Stunden im Bett liegen und weinen? Nimm dir die Zeit deine Gefühle zu fühlen und denk daran, das nichts von Dauer ist. Das heißt am nächsten Tag sieht alles wieder ganz anders aus. Und irgendwann ist auch diese Phase überstanden.

Hast du ein Mantra?

Alles passiert aus einem Grund und alles passiert zur richtigen Zeit.

In deiner Instastory hast du in den letzten Tagen inspirierende Ausschnitte aus Büchern gezeigt. Welche waren das?

Das war das Buch „Glück ist, was du daraus machst“ in dem durch kleine Geschichten und Metaphern verdeutlicht wird, was Glück bedeutet. Ein tolles Buch! Ich habe auf meinem Blog übrigens eine ganze Seite mit Buchtipps veröffentlicht.

Wie hast du es geschafft single und glücklich zu sein? Hast du Tipps?

Puh, ich habe hin und her überlegt, ob ich auf diese Frage antworten soll oder nicht, denn ich persönlich war in meinem Leben nie richtig single. Meine erste Beziehung hielt 6 Jahre lang und meinen Freund Michael habe ich sehr schnell nach der Trennung kennen und lieben gelernt. Das bedeutet, dass ich das typische auf Dates gehen und Tinder benutzen Single-Sein nicht kenne. Aber da wir eine Fernbeziehung führen und ich dadurch in meinem Alltag 90 % der Zeit  „single“ bin, habe ich einen ganz besonders wichtigen Tipp für alle da draußen, die Probleme mit ihrem Single Dasein haben: Lerne dich selbst kennen und lieben. Vielleicht eine Klischee-Antwort, aber es ist einfach so wichtig. Verbring Zeit mit dir selbst. Überlege was du in deinem Leben willst, wie du dir deine Zukunft vorstellst, was du noch alles erleben willst und was dir in einer Beziehung wichtig ist. Geh alleine spazieren, fahr alleine in den Urlaub, geh alleine in die Stadt und trink einen Kaffee. Date dich selbst. Meiner Meinung nach warten viel zu viele Menschen darauf in einer Beziehung zu sein, um das Leben zu leben. Du kannst das allerdings auch sehr gut alleine. Werde alleine glücklich, denn es ist so viel schöner mit jemandem zusammenzusein, weil man es will und nicht, weil man ihn braucht.

Welche Art von Yoga machst du? Und wie oft? Wie sieht die Meditation am Schluss aus von der du mal sprachst?

Ich muss ganz ehrlich sein, dass ich mich mit diesen ganzen Yoga-Arten gar nicht auskenne, weil es so viele gibt. Soweit ich weiß praktizieren wir Iyengar Yoga, bei dem man viel an der richtigen Haltung arbeitet. Ích gehe einmal die Woche zum Kurs, habe aber auch angefangen es ab und zu zu Hause zu machen. Bei der Abschlussmeditation liegen wir mit unseren Oberkörpern auf dem Yogakissen, um die Schlüsselbeine zu öffnen und werden von unserem Lehrer angeleitet. Dabei entspannt man nach und nach den gesamten Körper und achtet auf den Atem. Diese Meditation führe ich auch gerne mit mir selbst zuhause durch.

Wie kam es dazu, dass du dein Abitur jetzt machst?

Eine sehr oft gestellte Frage. Nachdem ich vom Gymnasium auf die Realschule gewechselt bin, habe ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht. Da ich mir nicht vorstellen konnte diesen Beruf (mein Leben lang) auszuüben und auch andere Berufe keine Alternative waren, habe ich jetzt drei Jahre lang mein Abitur nachgeholt.

Wie schaffst du es, positive Gedanken / Affirmationen wirklich fest im Alltag einzubinden? Wie lange hat es gedauert, bis es bei dir an dem Punkt war?

Ich habe erstmal angefangen mich für meine negativen Gedanken zu sensibilisieren. Wenn du nach einigen Monaten die Fähigkeit entwickelt hast, deine negativen Gedanken zu bemerken, ist es relativ einfach, diese zu unterbrechen und zu ersetzen. Wenn es dir schwer fällt positive Affirmationen in deinen Alltag einzubauen, dann solltest du vielleicht erstmal damit anfangen und dich langsam steigern. Mir helfen auf jeden Fall meine Notizen im Handy und die Zettel an meinem Spiegel.

Wie schafft man es, neue Freunde zu finden? Es zerbrechen so viele alte Freundschaften, man lebt sich auseinander oder ist einfach nicht mehr auf derselben Wellenlänge.

Eine Tatsache, die man akzeptieren muss, ist: Manche Menschen begleiten dich ein Stückchen auf deinem Weg und gehen dann wieder. Das ist nichts schlimmes und vollkommen normal. Wir alle verändern uns und manchmal passt es ganz einfach nicht mehr. Wichtig ist es dann auch loslassen zu können. Als ich mit Youtube angefangen habe steckte ich auch in einer Zeit, in der ich kaum Freunde hatte. Ich habe mir währenddessen immer gesagt, dass auch wieder andere Zeiten kommen. Vielleicht dauert es 1, 2 oder sogar 3 Jahre bis ich wieder richtig gute Freunde gefunden habe, aber ich werde welche finden. Ich weiß, dass sowas leichter gesagt ist, als getan. Gehe deinen Interessen nach und nimm vielleicht an einigen Kursen teil, um Menschen kennenzulernen. Auch über das Internet kann man Menschen mit den gleichen Interessen finden, die irgendwann zu Freunden werden können. Wenn man umzieht oder in einen neuen Lebensanschnitt startet, hat man es meiner Meinung nach sowieso nochmal leichter, da man automatisch mit neuen Menschen in Kontakt kommt. Ein Geheimrezept gibt es wahrscheinlich aber nicht.

Vergleichst du dich und deine Leistungen häufig mit anderen? In einer Konkurrenzgesellschaft ist es oft schwer, sich nur auf dich und die eigene Entwicklung zu konzentrieren. Ein potentieller Arbeitgeber vergleicht einen auch mit anderen Bewerben. Das steht dir vermutlich jetzt nach den Abi auch bevor. Wie gehst du damit um?

Ich glaube, dass man mit Achtsamkeit am besten gegen den ewigen Vergleicht ankommt. Man muss bemerken, wann die Gedanken wieder zum Gegenüber abschweifen und gucken, was der vielleicht besser macht und kann. Und wenn man dies bemerkt, kann man die Gedanken wieder auf sich und die eigenen Fähigkeiten lenken. Das ist – wie alles andere auch – Übungssache und kann jeder lernen. Ein Arbeitgeber vergleicht natürlich alle Bewerber, da er den bestmöglichen Arbeitnehmer für sein Unternehmen möchte. Da ist es, denke ich, wichtig seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und sich daran zu erinnern, dass man ein fähiger und wertvoller Mensch ist. In unserer Gesellschaft ist es meiner Meinung nach sehr wichtig immer wieder aufzustehen. Hinfallen ist nicht schlimm, einen Tag im Bett liegen und darüber weinen, wie gemein und unfair alles ist, ist nicht schlimm, solang man wieder aufsteht und weiter macht und sich nicht unterkriegen lässt.

Dein Lieblingszitat?

Ich habe so unglaublich viele Zitate, die ich mag und eine ganze Zitatepinnwand auf Pinterest mit fast 450 Zitaten. Für schwierige Zeiten liebe ich allerdings den Spruch „The only way out is through.“, weil er mich motiviert nicht aufzugeben.

Hattest du schon mal eine richtig schwierige Phase in deinem Leben?

Gegenfrage – wer hatte das nicht? Ich versuche hinter Schwierigkeiten immer das Potential zu sehen. Schwierige Phasen sind also Herausforderungen, aus denen man gestärkt hervorgehen kann. Auch wenn man auf dem Weg dahin manchmal am verzweifeln, schreien und weinen ist.

Was gibt dir Energie und Inspirationen im Alltag?

Musik, Gespräche, kreative Inhalte anderer Menschen, Zeit für mich allein und lange Spaziergänge.

Lass mich gerne wissen, wie dir diese Form des Q&As gefallen hat. Wenn du Lust hast, dann kannst du ja einige Fragen für mich (und die anderen) als Kommentar beantworten. Es sind tolle Fragen dabei, für die sicherlich jeder eine individuelle Antwort hat. 🙂

In Liebe

Lucie

5 comments on “Meine Antworten auf eure Fragen”

  1. Da kann ich dir nur zustimmen. Auch Ängste beeinflussen einen im Alltag so stark und es gehört oft Überwindung dazu, sich von ihnen nicht unterkriegen zu lassen! ?

  2. Liebe Lucie,
    vielen Dank für die richtig interessanten Antworten und vor allem die Beantwortung meiner Frage!
    Bei mir ist es so, dass ich mich einfach viel zu viel vergleiche und manchmal gar nicht mehr weiß, was ich selbst möchte: Unterwegs sein oder mir Zeit für mich nehmen…
    Manchmal ist es gar nicht so einfach in sich selbst hineinzuhören.
    Was die positiven Gedanken angeht, versuche ich diese immer öfter in den Tag einzubauen, aber alte Muster abzulegen, ist echt harte Arbeit! Danke für deine ganzen Tipps!
    Liebe Grüße!

    • Ich weiß was du meinst. Mit ein bisschen Übung wirst du aber den Kontakt zu dir selbst wiederfinden. Ich wünsche dir viel Erfolg! 🙂

  3. Richtig interessante Antworten !:) Diese Mischung aus introvertiert und „zu lange alleine sein ist auch nicht gut“ bin total ich 🙂

    Mein Lieblingszitat: „Fear is a liar“ – Ängste schützen uns oft, aber viel öfter habe ich grundlos Angst und verbaue mir so Chancen oder mache mich unnötig verrückt. Ängste können uns anlügen, damit wir in der Komfortzone bleiben.

    Meine Inspirationen: Bücher, Podcasts, Gespräche mit meiner Familie/meinem Freund/guten Freunden

    Liebste Grüße

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