Mein 2017 beschreibt ein Wort ganz besonders gut: chaotisch. Es war verdammt chaotisch. Und durcheinander. Und unstrukturiert. Es ist einfach verdammt viel passiert. Ich habe mein Abi gemacht, durch meinen Umzug meine Fernbeziehung zu einer Nahbeziehung gemacht, mir einen Job gesucht, mich für einen Studiengang entschieden und schließlich angefangen zu studieren.

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Hört sich alles machbar an und war es ganz offensichtlich auch – nur eins ist bei diesen ganzen Veränderungen, Planungen und dem damit verbundenen Hin und Her auf der Strecke geblieben: ich. Wenn ich drüber nachdenke gibt es viele Gründe, warum es dazu gekommen ist. Aber der größte ist wahrscheinlich, dass ich mir selbst nicht genug Zeit geben habe. Und das meine ich in jeder Hinsicht. Um den Umzug zu verarbeiten, um Routine in meine Beziehung einkehren zu lassen, die Wohnung fertig zu stellen, Freunde zu finden, für mich allein zu sein und so viel mehr. Ich hatte im letzten Jahr zusätzlich zu meiner Rastlosigkeit mit viel Druck von außen zu kämpfen und den Erwartungen, die ich an mich selbst gestellt habe. Ich habe zu allem außer zu mir selbst ‚ja‘ gesagt. Ich wollte Wasser aus meinem leeren Glas in die Gläser anderer kippen. Ich habe erst anderen geholfen und dann meine eigene Sauerstoffmaske nicht mehr erreicht. Und wie die ganzen anderen Selbstliebe Metaphern noch so gehen. Das alles und viel mehr hat nun zum Ende des Jahres das Kartenhaus zusammenfallen lassen.

Nachdem ich vor kurzem meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht hatte, habe ich beschlossen endlich etwas zu ändern. Ich tendiere leider häufig dazu auf einem metaphorisch sinkenden Schiff zu stehen, die Augen zu verschließen und mir die ganze Zeit „Ist doch gar nicht so schlimm!“ zu sagen, bis ich die Realität nicht mehr ignorieren kann. Dieser war einer dieser berüchtigten Momente.

Nun stehe ich hier, vor meinem ignorierten Trümmerhaufen, versuche ihn nach und nach aufzuräumen und Pläne für ein neues Haus zu schmieden. Ich möchte den Kontakt zu meiner inneren Stimme wiederfinden, die irgendwo unter den Trümmern lebendig begraben ist. Ich möchte mich wieder um mich selbst kümmern. Meine Grenzen und Bedürfnisse an erste Stelle stellen. Egoistisch sein und ganz viel ‚ja‘ zu mir selbst sagen. Und so Schritt für Schritt wieder ein tolles neues Zuhause in meinem Kopf erbauen, in dem ich mich gerne aufhalte, in dem ich mich selbst aufmuntere und um mich kümmere. Mit vielen bunten Wildblumen und tollen Gesprächen mit meiner inneren Stimme bei einem Kaffee.

Allein, dass ich es geschafft habe diesen Beitrag zu verfassen zeigt, dass ich auf einem guten Weg bin. Wenn ich schreibe, dann mache ich das mit meinem Herzen. Das ist auch der Grund warum es in den letzten Monaten nicht geklappt hat. Vielleicht kann ich dich in der kommenden Zeit hier und da ein bisschen bei meinem Prozess mitnehmen und berichten, was mir gut getan hat und was ich so verändert habe.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast meinen Beitrag zu lesen. Ich hoffe es geht dir gut. Und wenn es dir gerade nicht gut geht, dann hoffe ich, dass du weißt, dass du damit nicht allein bist! 🙂 Wenn du magst, dann kannst du mir in den Kommentaren auch ein bisschen was von deinem 2017 erzählen. Ich freue mich darüber!

In Liebe

Lucie

7 comments on “2017”

  1. Hallo Lucie,

    schön endlich wieder von dir zu hören. Ich habe es schon vermisst deine Blogeinträge zu lesen.
    Mein 2017 ist einfach irgendwie an mir vorbei geflossen.. 2016 war für mich ein furchtbares Jahr und so war ich lange Zeit froh, dass einfach nichts schlimmes passiert ist.
    Dafür sehe ich jetzt voller Vorfreude auf 2018. Und ein bisschen Angst ist auch dabei. Ich habe vor 6 Tagen meine Ausbildung beendet, bin jetzt Arbeitnehmer. Ziehe einige Kilometer entfernt zu meinem Freund. Muss mir ein Auto kaufen und auf eigenen Beinen stehen. Das könnte ein abenteuerliches Jahr werden..

  2. Hach ich verstehe dich so gut. Ich glaube ganz fest daran, dass du wieder besser auf deine innere Stimme hören wirst und deine Ziele mit neuer Energie erreichst, wenn es an der Zeit dafür ist. Ich freue mich immer, wenn es Neues von dir zu hören gibt. Man merkt wirklich, wie viel Herz du in deine Projekte steckst.

    Liebste Grüße,
    Alina von Selfboost

  3. Liebe Lucie,

    es tut gut, mal wieder von dir zu lesen! Und ich finde es sehr mutig, dass du dir selbst eingestehst, dass man auch mal ab und an die Notbremse ziehen und „Jetzt erst mal ich“ sagen muss. Das machst du genau richtig. Wenn wir über Bodypostivity reden oder über Selfconfidence, dann wird sehr häufig gesagt: „Du musst dich selbst schön finden, bevor andere es tun können.“ Und genau so ist das in allen Bereichen deines/unseres Lebens. Erst wenn du dir Zeit für dich selbst nimmst und für die Dinge, die dir gut tun, wirst du die Zeit und die Kraft haben, anderen von der positiven Energie abzugeben, die du während deiner Me-time sammeln konntest. Und erst, wenn du aufmerksam auf dich selbst warst wirst du genug Kraft gesammelt haben, andere zu stützen! Nimm dir Zeit für dich und dafür, in dich hineingehören. Ich gehöre selbst auch zu den Menschen, die sagen „ach, geht schon. Anderen geht es viel schlechter.“ Mit dem Ergebnis, dass ich nachdem ich krank war, zu früh wieder arbeiten war und jetzt von meinem Körper eine Zwangspause verordnet bekommen habe, weil er einfach noch nicht wieder so weit war und jetzt die zusätzliche Ruhe einfordert, die ich ihm nicht geben wollte! Du hast ganz schön viel geschafft im letzten Jahr, Respekt! Abi, Studium, nebenbei noch arbeiten, ein Umzug und zumindest einen Teil des Jahres eine Fernbeziehung… das ist ein verdammt großer Haufen Arbeit, bestimmt auch viel Spaß aber vor allem ein ziemlicher Energiestaubsauger! Respekt! Da kannst du wirklich riesig stolz auf dich sein! Ich freue mich sehr, hier demnächst wieder öfter von dir zu lesen, wenn du die Kraft gesammelt hast, die du brauchst 🙂 Vielleicht berichtest du ja sogar ein bisschen von deinem Studium…? Ich war 2017 im Ausland, habe einen Freiwilligendienst gemacht, nachdem ich im Sommer 2016 mit dem Abi durchwar. Jetzt beginne ich gerade einen zweiten Freiwilligendienst, für sechs Monate, denn ich empfinde es als ziemliche Herausforderung mir zu überlegen, was aus mir mal werden soll „wenn ich groß bin“ 😉 Also wenn du da zu deinem Werdegang ein paar Einblicke gewähren möchtest, wäre ich die erste begeisterte Leserin 🙂 So, das war ein ziemlich langer Text, gut möglich, dass du das gar nicht gelesen hast. Aber falls doch : Danke, für den schönen ehrlichen Text und hör gut auf deine innere Stimme, die weiß meistens ziemlich genau, was man so braucht 😉 Lass es langsam angehen, alles Liebe für dich im neuen Jahr, Leni 🙂

  4. Die Situation die du beschreibst, kenne ich auch, man möchte nicht egoistisch rüber kommen, möchte es allen recht machen und vergisst dabei sich selbst…
    Ich finde es gut, dass du trotzdem positiv bleibst! Aber wenn man sich erstmal selbst eingesteht, dass es so nicht weiter gehen kann, kann es ja nur noch Berg auf gehen! (:
    Ich wünsche dir alles Gute & dass es wieder besser wird!
    Liebe Grüße, Anja

  5. Moin,

    aus Erfahrung kann ich sagen, dass es manchmal diesen Tiefpunkt und das loslassen braucht um neu aufzublühen. 2017 war wider erwarten für mich ein wundervolles Jahr! Nach einer Trennung 2013 war ich am Tiefpunkt, ich musste eine eigene Wohnung suchen und all meine gewohnten Kontakte sind der Trennung zum Opfer gefallen. Da stand ich mit emotional runter gelassener Hose in einem neuen Job auswärts auf Baustellen in der Männerdomäne, ohne Freund und Freunde, ohne gewohntes Umfeld und habe die Zähne zusammengebissen. Vom ewigen Heimscheißer war ich rausgeschubst worden in die weite Welt – ich hab es am Anfang verflucht. Dann hab ich einen Holländer kennengelernt und der hat mich mit seinem „alles komt goed“ angesteckt. Und seither mache ich einfach. 2017 war ich also auf Curacao, bekam einen Heiratsantrag, hielt einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand und habe meinen Holländer geheiratet.
    Ich glaube man muss die Welt nehmen wie sie ist und machen was sich in dem Moment gut anfühlt. Der Holländer hatte Recht: „Alles wird gut“
    Ich wünsche dir ein 2018 voller Kraft und Mut! Lass das Leben auf dich Regnen und nimm dir die Zeit die du für dich brauchst.

    Liebe Grüße,

    Rena

  6. Hi Lucie,

    den Prozess des Sichselbstverlierens kann ich gut nachempfinden. Seit ich im Job bin (was jetzt etwa 2 1/2 Jahre der Fall ist), habe ich das Gefühl, mich selbst nicht mehr ganz greifen zu können. Vor allem, weil die Branche, in der ich arbeite, mir eigentlich zutiefst missfällt. Ich hoffe, 2018 was an der Situation ändern zu können.
    Ich drück dir die Daumen, dass es auch bei dir besser wird.

    Alles Liebe
    Dominique

  7. Hallo Lucie 🙂

    Es ist schön Mal wieder etwas von dir zu hören! Ich habe dich (glaube ich) 2015 oder 2016 durch deine Food diarys auf YouTube gefunden und fand dich mega sympatisch! (Kommt das creepy rüber? Entschuldigung dafür 😂)

    In 2017 habe ich auch mein Abitur geschafft, obwohl ich kurz davor war abzubrechen. Habe ein Orientierungsstudium angefangen & immernoch nicht wirklich eine Ahnung was ich beruflich machen will.. wie gefällt dir dein Studium eigentlich?

    Ich wünsche dir alles Gute, und wenn mal alles zu viel wird: für 5 Minuten hinsetzen und Kaffee trinken. Liebe Grüße, Erika 😊

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